Sprache ist etwas Bewegliches, sie hat keine feste Form. Auch wenn wir oft glauben, sie sei starr und unveränderlich, merkt man schnell, dass Kinder, Erwachsene und Großeltern doch sehr verschieden reden. Dabei geht es nicht nur um die Begriffe selbst. Sicher, ein Sechzehnjähriger benutzt das Wort „potzblitz“ deutlich seltener als seine Oma, und dieselbe Oma wird umgekehrt kaum durch die Gegend laufen und sagen, „wie geil ihre Airis sind“. Genau das zeigt: Sprache ist wandelbar. Und das ist etwas Gutes.
Deshalb sagen wir heute auch nicht mehr „papperlapapp“, obwohl dieses Wort allein durch seine Doppelkonsonanten und Plosivlaute fast schon an Lautmalerei grenzt. Stattdessen sagen wir „Laber nicht!“ oder „Bullshit“. Klanglich vielleicht weniger schön, aber dafür näher an der Lebenswelt der Jugend, und damit verbindender.
Und genau darum geht es in diesem Video: Wenn man möchte, dass Kinder sich für etwas interessieren, darf man nicht in einer Sprache mit ihnen sprechen, die sie selbst nicht reden. Das wäre, als würde man einem Gärtner einen Automotor erklären. Natürlich funktioniert das irgendwie, vorausgesetzt, man hat ein halbwegs aufgeschlossenes Gegenüber. Aber wenn man mit Referenzen arbeitet und die Sprache aufgreift, die der Gärtner selbst benutzt, fällt es ihm leichter und macht ihm obendrein mehr Spaß.
Dazu gehört auch, dass Sprache immer kontextabhängig ist. Wie es Argent Dificile auf den Punkt bringt: Man redet eben nicht mit jedem auf dieselbe Weise. Mit der eigenen Oma spricht man anders als mit Freunden. Genau in seinen Worten: „Ech soen net menger Boma uma Vision Boma, da versteet meng Bom guer näischt.“ Welche Sprache angemessen ist, hängt also immer davon ab, mit wem man spricht und in welcher Situation.
Und das ist es, was dieses Video umsetzt: In Zusammenarbeit mit RTL und dem Nationalmusée wurde ein Beitrag produziert, der bewusst die Sprache der heutigen Jugend benutzt, um genau diese Jugend auch zu erreichen.